Jochen Stolla

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Schlechter Ton in der Videokonferenz?

Daran kann es liegen

08.06.2020

Schlechter Ton ist besser als kein Ton (darüber habe ich hier geschrieben). Aber das ist auch schon alles. Schlechter Ton nervt. Er macht die Videokonferenz anstrengend für alle Beteiligten. Über ein verpixeltes, stockendes Bild können wir leichter hinwegsehen als über verrauschten, unterbrochenen, halligen oder verzerrten Ton. Hier sind ein paar Tipps dagegen.

Mögliche Ursachen für schlechten Ton: die Kurzfassung

Die ausführliche Fassung

Lautsprecher und Mikrofon sind angeschaltet

Wird der Ton von Lautsprechern in den Raum abgestrahlt und von einem Mikrofon wieder aufgenommen, dann entsteht ein Echo. Verwendet man zum Hören Kopfhörer, entsteht dieser Effekt nicht. Deshalb: Kopfhörer verwenden, die Lautsprecher ausschalten und das Mikrofon nur einschalten, wenn man spricht. (Neulich bin ich selbst in die Falle getappt. Ich hörte über Kopfhörer und habe dabei übersehen, dass die Lautsprecher trotzdem an waren.)

Videokamera ist aktiv

Video erzeugt deutlich größere Datenmengen als Audio. Das Deaktivieren der Kamera spart deshalb einen großen Teil der Bandbreite ein. Das Audio kann besser werden, wenn man seine Kamera deaktiviert.

Zu viele Mikrofone in der Konferenz sind aktiv

Wer nicht spricht, sollte sein Mikrofon stummschalten. Besonders wichtig ist dies für diejenigen, die keinen Kopfhörer zur Verfügung haben und über (Laptop-)Lautsprecher hören. Aber auch alle anderen tun gut daran. Über ein offenes Mikrofon gelangen immer mehr oder weniger auffällige Störgeräusche in die Konferenz: Atmen, Lüfterrauschen, Straßenlärm oder andere Klangquellen.

Wenn möglich, nicht das interne Laptopmikrofon verwenden

Die meisten Notebooks haben ein integriertes Mikrofon. Das kann -- meiner Erfahrung nach -- ganz gut funktionieren. Aber besser ist in der Regel ein Headset mit Mikrofonbügel oder ein externes Tischmikrofon. Bei einem Tischmikrofon sollte der Abstand zur Sprecherin oder zum Sprecher nicht zu groß und möglichst konstant sein.

Mikrofon richtig ausgepegelt?

Das beste Mikrofon nützt nichts, wenn es nicht richtig ausgepegelt ist. Ist der Pegel zu gering, hören die anderen nichts oder nur wenig, ist er zu höch, verzerrt der Klang. Einstellen lässt sich der Pegel oft über spezielle Tasten auf der Tastatur, immer über das Betriebssystem. Meist sind die Einstellungen über ein Symbol rechts unten in der Taskleiste erreichbar.

Umgebung ruhig?

Straßenlärm von draußen sollte man vor jeder Videokonferenz unterbinden, indem man das Wohngebiet mit rot-weißen Bändern großräumig für den Autoverkehr sperrt. Den Trompete übenden Mitbewohner im Nachbarzimmer bittet man höflich, temporär auf das Clavichord zu wechseln, und die Kinder dürften leicht zu motivieren sein, still ein Buch zu lesen anstatt zu toben.

Einstreuung durch Handys?

Funksignale, die von Smartphones ausgesendet werden, können als sirrende Störgeräusche hörbar werden. Wenn es nicht hilft, das Smartphone ein Stück weiter von den Audiogeräten zu entfernen: ausschalten oder auf Flugmodus stellen.

Server stark belastet?

Wenn der Server, über den die Konferenz läuft, überlastet ist, helfen Maßnahmen an den einzelnen Endgeräten wenig. Allenfalls kann man versuchen, den Server zu entlasten, etwa durch geringere Videoauflösung oder Deaktivieren der Kamera. Wer die Wahl hat, legt Konferenzen auf Uhrzeiten, an denen nicht alle anderen auch konferieren. Besonders viele Videokonferenzen, heißt es, finden um 11 und um 14 Uhr statt.

zuletzt aktualisiert: 09.06.2020