Jochen Stolla

alle Blogartikel

Whatsapp-Alternative: Element

01.08.2020 (aktualisiert 20.08.2020)

Es kann gute Gründe geben, Whatsapp in Kursen zur Kommunikation und als Plattform für allerlei didaktische Methoden zu nutzen. Es gibt auch gute Gründe dagegen. Das ist zwar mindestens einen eigenen Artikel wert, aber ich möchte diese Diskussion an dieser Stelle nicht führen. Stattdessen will ich eine Alternative vorstellen. Den Messenger Element, der auf dem Kommunikationsprotokoll Matrix beruht.

Die entsprechende Messenger-App gibt es hier für den Browser, hier für Android- und hier für IOS-Telefone. Wie man sich für Matrix und Element registriert und die ersten Schritte in Chat geht, erkläre ich in diesem Video. Etwas detailliertere Anleitungen gibt es hier oder hier.

Interessant ist Element für alle, die mit ihrer Lerngruppe online und unkompliziert in Kontakt bleiben wollen und aus Gründen den Platzhirsch unter den Messengern nicht verwenden wollen. Messenger können nicht nur organisatorische Kommunikation gewährleisten, sondern auch didaktische Funktionen übernehmen. In Kunstkursen können die Teilnehmenden Bilder austauschen, in Sprachkursen können sie Aufgaben einreichen und Rückmeldung darauf empfangen.

Element ist natürlich nicht die einzige Alternative zu Whatsapp. Eine Übersicht dazu haben etwa die Verbraucherzentrale oder die Autor/-innen von Digitalcourage zusammengestellt. (Und, ja, in der VHS-Welt nicht zu vergessen: Selbstverständlich kann auch die VHS-Cloud Messenger.)

Für die meisten, die über Whatsapp-Alternativen nachdenken, werden Datenschutzüberlegungen der Anlass sein. Und was die eigenen Daten angeht, kann man sie dem Matrix-Server wohl einigermaßen beruhigt überlassen. In dem oben erwähnten Beitrag von Digitalcourage gehört Matrix/Element aus Gründen der Datensouveränität zu den empfohlenen Plattformen. Wer ganz eigenständig arbeiten will, kann sich sogar einen eigenen Matrix-Server installieren.

Element bietet über das Chatten hinaus einige Funktionen an, die die App auch für weitergehende Kollaboration interessant machen, etwa als Alternative zu Slack oder Microsoft Teams. In Chaträume lassen sich Dokumente hochladen oder andere Apps einbinden wie Jitsi-Videokonferenzen, Etherpad-Dokumente oder ein Google-Kalender. Wie sich diese Funktionen für Unterricht einsetzen lassen, demonstriert Alexander Lasch in diesem Video.

Auf der anderen Seite ist zu bedenken: Wie in jedes neue System werden sich Nutzer/-innen erst einmal einarbeiten müssen. Das ist bei Element nicht schwierig, aber manches ist gegenüber Whatsapp ungewohnt. Und in mancher Hinsicht ist die Kommunikation etwas umständlicher. Ich habe besonders die Integration von Sprachnachrichten vermisst. Wer eine gesprochene Botschaft verschicken will, muss sie erst in einer anderen App aufnehmen und in Element dann die Audiodatei versenden.

In jedem Fall lohnt es sich, Element und Matrix eine Chance zu geben. Am besten zu zweit oder zu mehreren.